Rathaus - Marktplatz 1

Der 14 m breite und 40 m tiefe Bau wurde 1422 als Rat-, Kauf-und Tanzhaus errichtet.
Mit seiner dreischiffigen Markthalle im Erdgeschoß und dem bis heute größten Bürgersaal Frankens im ersten Stock wird der Urtyp des deutschen Rathauses verkörpert.
Die Markthalle mit den Ständen der Bäcker und Metzger beherbergte auch die seit 1486 erwähnte städtische Waage.

Aus dem großen Versammlungssaal im Obergeschoß gliederte man schon bald auf der Ostseite eine Ratsstube aus, die zu den schönsten derartigen Räumen in Unterfranken zählt.
Bis zum Umzug der Verwaltung in einem funktionalen Neubau 1976 diente dieses Ratszimmer ununterbrochen seiner ursprünglichen Funktion.
Die Marktplatzfassade mit ihrem Treppengiebel gibt dem sonst eher schlichten Äußern das unverwechselbare Gepräge. Eine doppelläufige Freitreppe, 1669 erneuert, bildete ursprünglichen einzigen Zugang zum oberen Saal.
Die Steinbrüstung des Verkündpodests vor dem spitzbogigen Portal zum ersten Stock trägt das Wappen des Fürstbischofs Johann Philipp von Schönborn; über dem Portal selbst befindet sich die Bauinschrift von 1422.
Dreiteilige Fenster mit erhöhtem Mittelfeld flankieren den Eingang des Bürgersaals. Den Giebel darüber durchbrechen zwei Reihen großer Fenster mit steinernen Fensterkreuzen.
Den First bekrönt das Glockentürmchen der Rathausuhr; darunter steht, in einer Nische, das 1718 von dem Karlstadter Bildhauer Kilian Schüßler geschaffene "Schwedenmännle", Wahrzeichen der Stadt. Unter der Freitreppe befanden sich ein Wachlokal für die Stadtknechte und das "Narrenhäusle" genannte Arrestlokal für - meist bezechte nächtliche Ruhestörer.