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Naturschutzgebiet Mäusberg - Rammersberg - Ständelberg


HelmknabenkrautEin Lebensraum herausragender Bedeutung

Das Naturschutzgebiet "Mäusberg-Rammersberg-Ständelberg" (Gemarkung Karlburg und Wiesenfeld) zeigt auf einer Fläche von ca. 273 ha einen repräsentativen Teilbereich der Karlstadter Trockengebiete.

Das für mitteleuropäische Verhältnisse bemerkenswert warme Klima wird von relativ geringen Niederschlagsmengen von durchschnittlich ca. 570 mm pro Jahr geprägt.

Im Schmetterlingsparadies Mäusberg

Hier finden wir neben den komplexen Biotopstrukturen des sogenannten "Steppenheidewaldes" mit Trockenrasen und Niederwaldstrukturen auch ausgeprägte Felsrasen, Lesesteinriegel, Kalkabbaurinnen und Streuobstwiesen.

Bemerkenswerte Pflanzenarten der Wärme liebenden Waldgesellschaften sind der Blaurote Steinsame (Lithospermum purpurocaeruleum), die Türkenbundlilie (Lilium martagon) und die Elsbeere (Sorbus Torminalis) sowie die Orchideen Gelber Frauenschuh (Cypripedium calceolus), Rotes und Weißes Waldvögelein (Cephanlanthera rubra und C. damasonium) und Großes Zweiblatt (Listera Ovata).

Neben einem der regional größten Vorkommen des Diptams (Dictamnus albus) finden sich im Gebiet auch ausgeprägte, blütenreiche Säume mit Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum), die zur Eiablage vom Storchschnabel-Bläuling (Polyommatus eumedon), einer sehr seltenen Schmetterlingsart, aufgesucht werden.

Landesweit bedeutsam ist die reiche Schmetterlingsfauna des Mäusbergs mit mehr als 79 Tagfalterarten. Besonderen Schutz verdient hierbei eine der individuenreichsten fränkischen Populationen des Segelfalters (Iphiclides Podalirius), der zur Eiablage auf die Krüppelschlehen in den ehemaligen Abbaurinnen und an den Felsbändern des Gebietes angewiesen ist.

Weitere bemerkenswerte Schmetterlingsarten im Gebiet sind Kronwicken-Bläuling (Plebeius argyrognomon), Kleiner Schlehen-Zipfelfalter (Satyrium acaciae), Mauerfuchs (Lasiommata megera) und Rostbinde (Hipparchia semele).

Die drei Bergrücken Mäusberg-Rammersberg-Ständelberg liegen überwiegend auf dem Unteren Muschelkalk; nur im Bereich der Bergspitzen steht der Mittlere Muschelkalk an.

Das Zusammenspiel klimatischer und geologischer Bedingungen sowie der Einfluss jahrhundertelanger menschlicher Bewirtschaftung ließ ein komplexes Mosaik von Lebensräumen entstehen: Trockenrasen, Säume und Gebüsche, Niederwald, Ackerbrachen und extensiv genutzte Streuobstwiesen. Das Naturschutzgebiet stellt somit ein Refugium für zahlreiche, teilweise sehr seltene Pflanzen- und Tierarten dar, deren Lebensraum größtenteils nur durch menschliche Einflussnahme in Form und Pflege der Flächen erhalten werden kann.

So können Sie auf einem Rundgang durch das Gebiet einen der artenreichsten Orchideenbestände und eines der größten Diptam- und Adonisröschen-Vorkommen Unterfrankens erleben.
 




Rammersberg, Heimat von Adonisröschen und Mittelspecht

Während im Frühjahr die offenen Bereiche des Gebietes, die sogenannte "Steppenheide", durch die leuchtend gelben Blüten eines der größten unterfränkischen Vorkommen des Frühlings-Adonisröschens (Adonis vernalis) geprägt werden, dominieren im Spätsommer die knopfförmigen, gelben Blüten der Goldaster (Aster Linosyris) das Bild der Magerrasen.

Regelmäßige Entbuschungen und die Beweidung mit Schafen sollen den offenen Anteil des Lebensraumgefüges auf dem Rammersberg erhalten. Dies hilft auch die Bestände von Orchideenarten wie der Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) und dem Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) zu fördern. Offene Bereiche benötigt auch die hier lebende, bodenbrütende Heidelerche (Lullula arborea), welche bundesweit im Bestand stark zurückgegangen ist.

Während im Waldbereich der bedrohte Mittelspecht (Dendrocopos medius) Höhlen in alten Eichen anlegt, nutzen der seltene Baumpieper (Anthus trivialis) sowie Dorngrasmücke (Sylvia communis) die blütenreichen Säume und Hecken als Nahrungsbiotope.

Insgesamt wurden mehr als 15 Vogelarten der Roten Listen im Naturschutzgebiet festgestellt, was auf die überregionale Bedeutung des Areals für die Vogelwelt hinweist.

Bemerkenswert ist auch das Vorkommen des Kreuzenzians (Gentiana cruciata), der als Eiablagepflanze für den außerordentlich seltenen Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Glaucopsyche rebeli) dient. Dieser kommt hier in einer landesweit bedeutsamen Population vor.



Ständelberg, zu Besuch bei Pillendreher und Heidegrashüpfer

Ehemals vom Weinbau dominiert, finden wir heute ein von Schafbeweidung und extensivem Streuobstbau geprägtes Gebiet mit vielen dieser Art der Nutzung angepassten Tier- und Pflanzenarten vor.

Ein besonderes Erlebnis ist die Blüte des Österreichischen Leins (Linum austracum), der die steinigen Freiflächen des Ständelberges ab Ende Mai in ein blaues Blütenmeer verwandelt.

Weideanzeiger wie der Steppenroller Feld-Mannstreu (Eryngium campestre), dessen Fruchtstand im Reifezustand abbricht und vom Wind getrieben über den Boden rollt, die Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule), der Deutsche Enzian (Gentianella germanica), die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) und der Gemeine Wacholder (Juniperus communis) sind Beispiele für die zahlreichen, bemerkenswerten Pflanzenarten der beweideten Magerrasen.

Seltene Heuschrecken-Arten wie der Rotleibige Grashüpfer (Omocestus haemorrhoidalis) und der Heidegrashüpfer (stenobothrus lineatus) profitieren ebenso wie der Kleine Pillendreher (Sisyphus schaefferi), eine Käferart, die aus dem Schafkot erbsengroße Pillen für die Nachkommenschaft dreht, von den durch die Schafe offen gehaltenen Trockenrasen.

Der seltene Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) besiedelt hingegen die freien, steinigen Bereiche des Plateaus und der Hänge am Rammersberg.

Im Wald- und Gebüschbereich des Naturschutzgebietes findet sich eine überregional bedeutsame Vielfalt an Sippen der Mehlbeere (Gattung Sorbus). Einige davon sind ausschließlich in Unterfranken beheimatet.


Quellen:
Regierung von Unterfranken
Herr Mack
Peterplatz 9
97070 Würzburg

Fotos:
EurBiol.,Dipl.-Biol. Joachim G. Raftopoulo
Dipl.-Biol. Otto Elsner, Dr. Peter Seufert 




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