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Burgruine Karlsburg


Burgruine Karlsburg Die Karlsburg liegt auf einem Felssporn am linken Mainufer gegenüber der Stadt Karlstadt.

Rundgang: Der Aufstieg beginnt im Stadtteil Mühlbach. Neben den "Burglichtspielen" führen zwei schmale Treppen auf einen 500 m langen Waldweg, der stetig ansteigend, vorbei am Schlössle, einer 1910 erbauten Villa, zur Ruine führt.

Hinter der steinernen Burg befinden sich im Ackergelände gerade noch wahrnehmbare Wallreste einer früh- bis hochmittelalterlichen Anlage von etwa 170 x 120 Meter Größe.

Große Teile des Wall- und Grabenbereiches wurden zwischen 1971 - 1975 ausgegraben. Hierbei konnte nachgewiesen werden, dass die Umwehrung in ottonischer Zeit (10. Jh.) aus einem einfachen, mit Palisaden versehenen Erdwall und vorgelagertem Graben bestand.

In mehreren Ausbauphasen wurde das Sicherungssystem verstärkt bzw. erhöht und in salisch-staufischer Zeit (11./12. Jh.) mit einer Steinmauer versehen, in die noch fünf Bastionen von etwa 10 m Höhe eingefügt wurden. Als im 13 Jh. die Würzburger Fürstbischöfe die heute noch als Ruine erhaltene "Karlsburg" anlegten, wurde hierzu die ältere Anlage eingeebnet, ein Halsgraben eingeschlagen und in einem somit wesentlich verkleinerten Areal die steinerne Burg errichtet. 

Burgruine Karlsburg1992 zeigte sich auf einem Luftbild innerhalb der bekannten früh- bis hochmittelalterlichen Anlage ein Bewuchsmerkmal, das auf ein weiteres Wall- und Grabensystem schließen ließ. Diese Vermutung wurde 1994 durch eine kleine archäologische Untersuchung bestätigt. Danach darf davon ausgegangen werden, dass hiermit nun die älteste Burg erfasst werden konnte.

Sie war mit etwa 125 x 120 Meter Ausdehnung etwas kleiner, als die zwischen 1971 und 1975 teilweise ergrabene Anlage. Hierbei kann es sich nur um das in der Mitte des 8. Jahrhunderts überlieferte castellum handeln, das wohl schon in der späten Merowingerzeit (7. Jh.) angelegt wurde. In spätkarolingischer Zeit wurde diese Befestigung, die damals bereits eine Mörtelmauer besaß, zwecks Vergrößerung der Innenfläche eingeebnet.

In etwa der gleichen Entfernung, in der sich diese mehrphasige Burg südlich des Ortes Karlburg befindet, liegt nördlich und rechts des Mains eine zweite, durch Wall und Graben gesicherte, frühmittelalterliche Anlage. Da diese Befestigung nicht auf beackertem Areal liegt, ist sie wesentlich besser erhalten und zeigt noch einen bis zu vier Meter hohen Wall. An deren Hauptangriffsseite sind aber nun keine Befestigungsreste mehr zu erkennen, was auf eine gezielte Zerstörung hinweist. Wahrscheinlich wurde diese Anlage nach dem Ausbau der linksmainischen Burg unbrauchbar gemacht. Die Funde von hier belegen eine Nutzung ab der späten Merowingerzeit.



Geschichte: Die Anfänge der nördlich von Karlstadt am linken Mainufer gelegenen Talsiedlung Karlburg und der gleichnamigen Höhenburg gehen auf die Zeit um 600 zurück. Sie gehören so zu den ältesten Siedlungsplätzen in der Epoche der fränkischen Landnahme am Main. Der Namensbestandteil "Karl-" ist das althochdeutsche Wort für (freier) Mann, das auch später als Vorname verwendet wurde. 

Blick aus der Burgruine Karlsburg
Der Burgberg, nach Süden und Osten durch Steilhänge von Natur aus gesichert, wurde im Westen und Norden durch ein Graben- und Wallsystem befestigt. Durch eine zweite Bauphase im 10. Jahrhundert wurde eine Mauer mit viereckigen Bastionen errichtet. Neben der Aufgabe als Fluchtburg dürfte die Anlage auch Funktionen der Landeserschließung und Verwaltung erfüllt haben.

1254 urkundete erstmals ein Bischof auf der Karlsburg, die in den nachfolgenden Unruhejahren öfter zum Zufluchtsort der Landesherren wurde. 1336 wird eine der Hl. Gertrud geweihte Burgkapelle erwähnt. 1409 musste Bischof Johann von Egloffstein wegen hoher Schulden die Burg pfandweise dem Domkapitel überlassen, in dessen Besitz sie bis 1493 blieb. In diese Zeit fielen zahlreiche Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen, u.a. der seinerzeit viel bestaunte ca. 60 m tiefe Brunnen.

Nur 32 Jahre nach Wiedereinlösung der Burg durch die Bischöfe zerstörten im Frühjahr 1525 die Karlstadter sie nach langem Zögern, kurz bevor der Bauernkrieg im Hochstift Würzburg blutig niedergeschlagen wurde. Steinräuber dezimierten bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Überreste. Seit 1960 ist die Burg in der Obhut und Pflege des Landkreises Main-Spessart.



Quellen:
Werner Zapotetzky
Dr. Ralf Obst



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